Elektroepilation - meine Anfänge und die Ausbildung
- Olga

- 16. Juni
- 5 Min. Lesezeit
Schön, dass ihr auf meinen Blog gestoßen seid. Ich bin Olga und auf dem Weg, Elektrologistin zu werden. Wahrscheinlich seid ihr hier gelandet, weil ihr auf eurem Weg seid, eure Haare dauerhaft loszuwerden – oder zumindest Interesse daran habt.
In diesem Blog nehme ich euch auf meinem Weg zur Elektrologistin mit und teile meine Erfahrungen rund um Ausbildung und Elektroepilation.

Vom Waxing zuhause als Teenie zur Fachausbildung
Vielleicht beginne ich am Anfang meiner Karriere. Ich habe schon sehr früh angefangen, Haare zu entfernen. Mit gerade einmal 15 Jahren habe ich das erste Mal Wachs zuhause ausprobiert und ich sage mal so: Angenehm war es nicht.
Einige Jahre später habe ich dann begonnen, Zuckerpaste herzustellen und meine Freundinnen und mich zu waxen. Der Grund war einfach: Ich habe schon damals gerne experimentiert und so konnten wir unser gespartes Geld für Zeitschriften ausgeben. Während ich die Beine enthaart habe, wurde mir das Horoskop vorgelesen oder wir haben die Persönlichkeitstests der Jolie und Glamour gemacht. Win-win für alle, oder?
Zwischen ersten Dates, letzten Dates und keinen Dates haben meine Freundinnen und ich Zeit fürs Waxing gefunden und zum Glück auch fürs Lernen. So wurde das Badezimmer nach der Schule regelmäßig zum Beauty-Hotspot und wenn eine Kundin heute sehr kitzelig ist, erzähle ich meistens die Geschichte, wie wir zu dritt in meinem Zimmer waren und meine Freundin gewachst werden wollte. Zu ihrem Unglück ist sie an manchen Stellen sehr kitzelig und konnte auf Teufel komm raus nicht stillhalten oder aufhören zu lachen. Zu ihrem noch größeren Unglück war ich damals ungeduldig und wollte ihre Haare entfernen, „bevor die noch von alleine rausfallen“. „Du hältst ihre Arme fest und ich halte ihre Beine fest, zur Not binden wir sie fest und ich waxe einfach.“ sagte ich im strengen Ton.
Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wie wir das geschafft haben, aber ich bin mir zu 90 % sicher, dass wir sie nicht festgebunden haben und sie trotzdem gewachst werden konnte.
"Du wirst bestimmt Kosmetikerin"
Schon damals habe ich oft gehört: „Du wirst bestimmt Kosmetikerin und das später einmal beruflich machen.“
Das habe ich immer verneint und konnte es mir nicht vorstellen, da mich die anderen Bereiche in der Kosmetik nicht angesprochen haben. Und da muss ich ehrlich sagen: Das tun sie auch heute nicht.
Ich würde zu einem Waxing meiner besten Freundinnen weiterhin nicht Nein sagen, zum Beispiel wenn diese schwanger sind und die Haare relativ schnell weg müssen. In meinem Studio biete ich das allerdings nicht an, denn mein Ziel ist es, mich auf die Elektroepilation zu spezialisieren und die Haare wirklich für immer zu entfernen.
Ich denke aber sehr gerne an die frühen Erinnerungen zurück und ein paar der Frauen, die ich damals gewachst habe, sind jetzt in der Ausbildung meine Übungsmodelle. Da geht mir schon manchmal das Herz auf.
Meine erste Begegnung mit der Elektroepilation
Ich bin dann mit etwa 19 Jahren auf die Elektroepilation (auch Nadelepilation genannt) gestoßen und war direkt begeistert. Schnell bin ich auf der Webseite von Ellen Kronenberger gelandet und hatte die Elektroepilation seitdem immer im Hinterkopf – in erster Linie, um mich selbst behandeln zu lassen.
Der Gedanke, die Haare wirklich für immer los zu sein, ist einfach zu verlockend.
Abgeschreckt haben mich damals natürlich der Preis und auch die Entfernung. Heute weiß ich: Eine gute Elektrologistin findet man selten um die Ecke und die Entfernung ist nur nebensächlich, wenn die Qualität und Arbeitsweise stimmen.
Ausbildung zur Elektrologistin - Der Gedanke, selbst Elektrologistin zu werden
Über die Möglichkeit, selbst Elektrologistin zu werden, hatte ich auch kurz nachgedacht, aber Unwissenheit über die Ausbildung und die fehlenden Informationen dazu haben mich davon abgehalten.
Dazu kamen natürlich diverse andere Bedenken und so wurde der Gedanke beiseite geschoben und kam viele Jahre später erst wieder hoch.
Motiviert hat mich dann im Jahr 2023 vor allem die Elektrologistin meiner Schwester. Sie hat mir Einblicke gegeben und mir Mut gemacht, diesen Weg in Erwägung zu ziehen, sodass ich diesen Gedanken nicht mehr loslassen konnte.
So habe ich mich zunächst bei einem Hersteller für eine Zweitagesschulung angemeldet, um Einblicke zu bekommen und mich anschließend zu entscheiden, ob ich diesen Weg wirklich gehen möchte.
Die Realität nach den ersten Schulungen
Anfang 2024 nahm ich dann an der besagten Schulung teil und hatte anschließend mehr fachliche Fragen als vorher. Feuer und Flamme für die Elektroepilation war ich allerdings sofort und habe das Gerät vom Hersteller gekauft, meine NiSV absolviert und angefangen zu üben. Ich war voller Vorfreude.
Die Freude wurde aber schnell getrübt, denn zufrieden war ich nicht. Beim Üben an meinem Freund kamen schnell Beschwerden auf: „Aua, was machst du denn da? Stichst du? Muss das so sein?“
Als Ziel hatte ich im Jahr 2024 schon die Ausbildung bei Ellen Kronenberger (CPE) zu machen – ihre Webseite war es auch, die damals (wie auch heute) die meisten Information lieferte und über die ich mich mit ca. 19 Jahren informiert hatte.
Mir wurde nämlich schnell klar, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Qualifikationen und Herstellerschulungen zwar die Voraussetzung für die Ausübung der Elektroepilation sind, aber kaum Fachwissen vermitteln und eine Ausbildung nicht ersetzten.
Genau dieses Handwerk wollte ich von der Pike auf lernen.
Deshalb habe ich Anfang 2026 die Ausbildung bei Ellen Kronenberger begonnen. Mittlerweile befinde ich mich mitten in der Ausbildung, bin am Lernen und am Üben und freue mich auf jedes neue Modul (auch wenn ich zu Beginn immer ein bisschen aufgeregt bin.)
Braucht man in Deutschland überhaupt eine Ausbildung?
Aber braucht man eigentlich in Deutschland eine Ausbildung für die Elektroepilation?
Leider nein.
Man braucht lediglich das Gerät, die NiSV und die Geräteschulung, um in Deutschland als Elektrologistin arbeiten zu dürfen. So ist der Standard leider häufig nicht mehr als eine Kurzschulung von Herstellern und der Fachkundenachweis (NiSV).
So hatte ich mir damals auch ein Gerät mit Voreinstellungen gekauft, da mir das Wissen über die richtigen Einstellungen gefehlt hat. Ich habe mit der Einhandtechnik geübt, statt mir mühsam die Feinmotorik und die Zweihandtechnik anzueignen. Ich habe daran geglaubt, dass ich mit der Zeit schneller werden müsse, um mehr Haare pro Minute entfernen zu können. Dabei sind ganz andere Dinge entscheidend für gute Ergebnisse und effiziente Behandlungszeiten:
die Präzision und Spannung während der Insertion,
die individuelle Behandlung jedes einzelnen Haares,
das Wissen darüber, welche Zielregionen zerstört werden müssen,
Warum ich diesen Blog schreibe
Auch wenn ich mich noch in der Ausbildung befinde und viele Ziele und Meilensteine noch vor mir liegen, möchte ich in den nächsten Einträgen ein wenig meines Wissens mit euch teilen.
Mir ist wichtig, dass ihr einen realistischen Eindruck davon bekommt, was hinter der Elektroepilation steckt, welche Herausforderungen die Ausbildung mit sich bringt und warum gute Ergebnisse weit mehr erfordern als nur ein Gerät und die Behandlung vieler Haare pro Minute.
